Dogecoin: Ein Witz macht ernst

Long Story Short

In der an ungewöhnlichen Geschichten sicher nicht armen Kryptowelt nimmt der Dogecoin (DOGE) eine Sonderstellung ein. Die Währung begann als Witz oder, besser gesagt, als Parodie und rangiert heute im September 2022 mit einer Marktkapitalisierung von knapp acht Milliarden USD unter den Top Ten der stärksten Kryptowährungen.

Geschichte: Aus Spass wird Ernst

Es sollte nur ein harmloser Joke über die gehypten Kryptowährungen wie Bitcoin werden, als die zwei Programmierer Billy Markus und Jackson Palmer den Dogecoin 2013 aus der Taufe hoben. Um den Satirecharakter ihrer Schöpfung zu unterstreichen, wählten die beiden Entwickler das Bild eines japanischen Jagdhundes, eines Shiba Inu als Logo. Die Bilddatei kursierte im Internet und wurde auf zahlreichen Social Media-Plattformen geteilt. Auch der wissentlich falsch geschriebene Name gehört zu dem Konzept. Ohne es zu wissen, schufen Markus und Palmer so den ersten Meme-Coin.

Zwar trugen am Anfang der Entwicklung einige Aktionen sehr zum unernsten Charakter der Währung bei, etwa als sich eine Gruppe von Dogecoin-Fans 2014 zusammenfanden, um genügend Coins zu sammeln, damit Jamaikas Bobmannschaft an den Olympischen Spielen im russischen Sotschi teilnehmen kann. Aber durch die schnelle Verbreitung der Währung über die Social Media Kanäle wuchs das Interesse stark an. Im selben Jahr erreichte Dogecoin eine Marktkapitalisierung von über sechzig Millionen USD, was die Coins in den erlesenen Kreis der fünf bestbewerteten Kryptowährungen katapultierte.

Ein einscheidendes Erlebnis trieb den Kurs im Mai 2021 von wenigen Dollar-Cent auf 0,60 USD für einen Dogecoin. Dieser Stand bedeutete das Allzeithoch; ausgelöst von Tweets des Tesla- und SpaceX-Gründers Elon Musk, der den Dogecoin mehrfach lobend erwähnte. So gewann die Währung fast 5000 Prozent an Wert, wurde allerdings, wie alle Kryptos, vom Bärenmarkt im Mai 2022 erwischt. Heute, im Oktober 2022, ist der Dogecoin wieder um die fünf Dollar-Cent wert.

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Foto: Envato Elements / jirkaejc

Nicht nur der Hund: Besonderheiten des Dogecoin

Viele der hoch bewerteten Währungen setzen auf Methoden, die Menge der im Umlauf befindlichen Coins zu beschränken. So ist das Bitcoin Halving ein Event, auf das die gesamte Kryptowelt alle vier Jahre wartet. Beim Binance Coin werden alle drei Monate ein Teil der BNBs vernichtet (BNB Burn). Die Emittenten ergreifen diese Maßnahmen, um den Anstieg der Geldmenge zu beschränken und inflationsbedingte Wertverluste zu verhindern.

Nicht so jedoch der Dogecoin; ab Februar 2015 hat die Dogecoin Foundation, die zwischenzeitlich die Währung herausgab, jedes Limit aufgehoben. Diese Politik wird durch das Protokoll der Blockchain unterstützt, deren Verarbeitungs- und Transaktionsgeschwindigkeit mehrfach so hoch wie etwa die von Bitcoin ist, obwohl auch hier das Proof-of-Work - Prinzip gilt. Während hier jedoch die Ansprüche an die Rechenleistung durch immer komplexere Rechenaufgaben, die die Miner lösen müssen, steigen (und nebenbei gesagt der Energieverbrauch), schürfen bei Dogecoin auch Menschen, die keine Farmen mit Hochleistungsrechner betreiben können.

Eine weitere Besonderheit ist die Eigendefinition als People’s Cryptocurrency, die die enorme Popularität widerspiegelt. So haben wie gesagt Musk und der Milliardär Marc Cuban die Ausrichtung der Währung gelobt. Folgerichtig haben sowohl Tesla als auch Cubans NBA-Franchise Dallas Mavericks den Dogecoin als Zahlungsmittel für ihr Merchandise eingesetzt. Übrigens hat das Meme einen starken Run auf die Rasse Shiba Inu ausgelöst. Züchter wurden mit Anfragen überhäuft, was durch die Nachfrage bedingt, auch unseriöse Anbieter anlockte. So hat die große Nachfrage auch ihre Schattenseiten.

Apropos Schattenseiten: Ein Wort zu Elon Musk

Der aktuell reichste Mensch der Welt liebt es, sich per Twitter an diversen Diskussionen zu beteiligen. Dogecoin war eines seiner bevorzugten Themen. Seine positiven Äußerungen sorgten im Mai 2021 für einen ziemlichen Hype. Dass der umgekehrte Weg, Kryptowährungen durch negative Tweets zu schädigen, ebenso funktioniert, bewies Musk im Mai 2022, als er die Währung in der Sendung "Saturday Night Live“ als „Schwindel“ bezeichnete, woraufhin der Kurs massiv einbrach. Mitte Juni 2022 verklagte ein Dogecoin-Investor Musk auf Schadenersatz in Höhe von 258 Milliarden USD, dem dreifachen Wert des Kursverlustes zwischen Mai 2021 und 2022. Mittlerweile, im Oktober haben sich sieben weitere Investoren der Klage angeschlossen. Sie werfen Musk vor, den Kurs künstlich in die Höhe getrieben zu haben, um ihn dann abstürzen zu lassen und von der Kurs-Rally zu profitieren.

Fazit: Ist der Dogecoin ein lohnendes Anlageobjekt?

Als Witz gestartet, als Kryptowährung geflogen, unsanft gelandet, trotzdem weitergemacht. Der Dogecoin hat eine wendungsreiche Geschichte hinter und eine ungewisse Zukunft vor sich. Zwar kann niemand eine langjährige Entwicklung seriös einschätzen, welche Währung zum Höhenflug ansetzt und welche eine Bauchlandung hinlegt. Dazu spielen zu viele Faktoren mit. Wer es versucht, wird oft genug von der Realität überrascht. So haben einige Experten beim Dogecoin für das Jahr 2022 nach Verlusten einen Kursanstieg bis auf 0,35 USD prophezeit, was eine Versechsfachung gegenüber dem tatsächlichen Kurs bedeutet hätte.

Was man aber mit Sicherheit sagen kann, ist das die Kryptowährung besonders abhängig von den Supportern in den sozialen Medien ist. Was also, wenn diese Unterstützung irgendwann ausbleibt? Dazu kommt, dass gerade im Fall von Dogecoin die Äußerung einer Person zu exorbitanten Kurssteigerungen wie auch tiefen Abstürzen führen konnte. Große Vermögenswerte möchte man auf eine solch volatile Anlage nicht setzen. Nichtsdestotrotz kann natürlich auch die Währung eine völlig andere Entwicklung einschlagen und sich stabilisieren. Dann wäre Dogecoin ein Witz, über den die Anleger zuletzt lachen.